Rückwärtsniesen   

Das Rückwärtsniesen (auch„Rückwärtshusten“, engl. reversesneezing) ist ein gelegentlich bei Hunden auftretendes Phänomen,bei dem das Tier mit gestrecktem Hals und abgespreizten Ellbogen anfallsartig röchelnd Luft durch die Nase ansaugt. Das dabei entstehende Geräusch erinnert an das Hochziehen von Nasensekret beim Menschen. Nach einer solchen, mehrere Sekunden (selten bis zu wenigen Minuten) dauernden Attacke erscheint das Tier wieder gesund und munter. 

 

Die Störung wirkt auf den Hundebesitzer meist erschreckend, ähnlich einem Asthmaanfall scheint das Tier keine Luft zu bekommen.Sie ist aber für den Hund harmlos und ruft keine Allgemeinstörungen hervor.


Vorkommen
Häufiger wird dies bei Junghunden, kleinen und kurzköpfigen (brachycephalen) Hunderassen beobachtet. Es tritt für gewöhnlich dann auf, wenn die Tiere in einer ausgelassenen Stimmung sind, zum Beispiel nach dem Essen, Trinken oder beim Herumtoben.

Ursache 
Die Ursache für diese Störung ist bislang nicht eindeutig geklärt. Eventuellist ein etwas zu langes Gaumensegel der Auslöser, welches sich am KehldeckelRachen (Pharyngitis) oder der Gaumenmandel (Tonsillitis), die mit einer Schwellung der Schleimhaut und damit einer Einengung einhergehen, oder Krämpfe der Rachenmuskulatur können die Ursache sein. 

Behandlung 
Die Attacken verschwinden, wenn man einen Schluckreflex auslöst, zum Beispiel durch kurzes Nasezuhalten, sanfte Massage des Kehlkopfes oder kräftiges Beklopfen der Vorderbrust. Bei Nicht verschwinden bei den oben erwähnten Maßnahmen, übermäßigem Auftreten des Phänomens, weiteren Atemproblemen oder Störungen des Allgemeinbefindens sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Patella Luxation

Eine besonders bei Kleinhunderassen häufig verbreitete Funktionsstörung, die in unserer Sprache mit ausrenken der Kniescheibe deutlich zu übersetzen wäre.

Gründe

Bei Hunden, deren Bänder, Sehnen oder Muskeln in den Hinterbeinen zu schwach sind,oder deren Ober- und Unterschenkelknochen nicht gerade sind, tritt diese Funktionsstörung am häufigsten auf. Auch wenn der normale Platz der Kniescheibe, die Rille im Kniegelenk zu schmal oder zu flach ist, kommt es zur Patella Luxation.

Deutliche Hinweise

Wenn ein Hund beim Laufen dazu neigt, ein Hinterbein hochzuziehen, oder hüpft auf einem Hinterbein. Manche bewegen beim Laufen beide Hinterbeine synchron, wie ein Kaninchen, auch hier lässt sich vermuten, dass eine der Kniescheiben verrutscht ist, so dass er das entsprechende Hinterbein weder anwinkeln, noch belasten kann. Die Patella Luxation wird durch Übergewicht des Hundes stark begünstigt!!! Auch sollten Sie dafür sorgen, dass Ihr Hund durch regelmäßige Bewegung fit gehalten wird. Zum Kräftigen der Muskeln rund um die Kniescheiben empfehlen sich mäßige Steigungen. Es können sowohl nur eines, als aber auch beide Hinterbeine von Patella Luxation betroffen sein. Auch spielt normal das Geschlecht keine Rolle, während man dennoch bedenken sollte: Hündinnen haben während der Läufig- und Trächtigkeit weichere, elastischere Bänder. Dies ist auf die veränderte Hormonproduktion während dieser Phase zurückzuführen. Mansollte also in dieser Zeit keine Kontrolle der Patellen durchführen lassen,wenn man den Normal-Status haben möchte.

Operation

Bei diesem chirurgischen Eingriff kann er sowohl die Knochenstrukturen verändern, als auch die Bewegung der Kniescheibe begrenzen. Die Kniescheibe bekommt einen besseren Halt, wenn er die Rille zwischen den Knochen kämmen vertieft. Bei manchen Hunden empfiehlt es sich, die Kniescheibe zu fixieren, damit ein Herausgleiten verhindert wird. Welche Technik auch immer der Tierarzt in der nötigen Operation nun anwendet, der Hund erholt sich recht schnell und ist normalerweise bereits nach 6 Wochen in der Lage, das betroffene Bein ohne Einschränkung zu bewegen.

Grad 1

Die Kniescheibe nur mit manueller Hilfe herausdrücken (luxieren) kann, während sie in der Bewegung des Hundes jedoch an ihrem Platz bleibt.

Grad 2

Auch hier kann man die Kniescheibe luxieren, und sie springt gelegentlich heraus, wenn der Hund läuft, bzw. rennt. Sie kann manuell wieder zurückgeschoben werden, sie renkt sich aber auch durch die Bewegung des Hundes selbst wiederein.

Grad 3

Hier luxiertdie Kniescheibe häufig. Man kann sie zwar mit manueller Hilfe wieder einrenken,aber sie bleibt nicht an ihrem Platz, sie springt immer wieder heraus.

Grad 4

Man kann mit manueller Hilfe nichts mehr machen, die Kniescheibe ist dauernd ausgerenkt, sie kann auch nicht mehr an ihren Platz geschoben werden.

Konsequenz

Durchhäufiges Luxieren der Kniescheibe kann es zu einer für das Tier sehr schmerzhaften, arthritischen Entwicklung des betroffenen Gelenkes führen. Ihr Tierarzt wird Ihnen je nach Grad des Patella- Befundes zu einer eventuellen Operation raten.



Unterzucker beim Chihuahua

Hier möchte ich einfach mal auf ein Thema ansprechen, weil sehr schnell kleinen Chihuahuawelpen in eine Unterzuckerung fallen können und sehr viele gar nicht wissen was das ist und was so etwas bedeutet! Speziell sehr kleine Welpen aber auch ausgewachsene Minis können sehr schnell in den Unterzucker fallen, wenn man nicht darauf achtet, dass sie alle 3-4 Stunden fressen und trinken, was sie beim Spielen sehr schnell vergessen. Bei den kleinen Chihuahuas arbeitet der Stoffwechsel schneller und deshalb ist die Gefahr, dass sie in den Unterzucker rutschen, sehr viel größer. Wie erkennt man nun, dass eine Unterzuckerung vorliegt? Der kleine Welpe fällt beim laufen um oder liegt urplötzlich fast regungslos da, ist matt und kaum oder gar nicht ansprechbar. Es kann auch passieren, dass er sich versteift.! Dann ist schnelles und umsichtiges Handeln von großer Wichtigkeit, weil sonst Gefahr für das Leben des Chi besteht. Wenn man nicht eingreift, rutscht der Chi in Koma und er verstirbt. In jedem Haushalt sollte Traubenzucker vorhanden sein, welchen man in aufgelöstem Zustand mit einem kleinem Löffel oder einer 2ml Spritze verabreichen kann. Oft ist bei einem schweren Anfall sogar der Kiefer des Welpen so verkrampft, dass man das Maul kaum auf bekommt. Aber bitte vorsichtig, damit er sich nicht verschluckt. Einige Minuten später merkt man dann, dass es dem kleinen Patienten schon etwas besser geht. Dann ist es wichtig, dass der Chi etwas frisst und trinkt. Bieten Sie ihm an, was er gerne mag wie z.B. Leberwurst oder ähnliches, und Achten Sie darauf, dass er noch etwas Ruhe hat. Wenn er dann gefressen hat, können Sie ihm nochmals etwas Traubenzuckerlösung verabreichen. Eine halbe Stunde später ist der kleine Patient wieder fit!  

Auch ältere Chihuahuas können mal in den Unterzucker rutschen, wenn sie unter Stress leiden! Also geben Sie gut Acht und beachten Sie die Anzeichen für eine Unterzuckerung!  

 

   

generalisierte progressive Retina Atrophie ( gPRA ) 

  

In jüngster Zeit sind leider vereinzelt Fälle von gPRA (generalisierte progressive Retina Atrophie) beim Chihuahua aufgetreten. Dieses erbliche Augenleiden, beidem die Zäpfchen und Stäbchen der Netzhaut zerstört werden, führt im Endstadium immer zu Blindheit. Durch die verstärkte Lichtreflexion im Innern der Augen kommt es zur Erweiterung der Pupillen und Eintrübung der Augenlinse. Die betroffenen Hunde sehen anfangs bei Nacht und Dämmerlicht (Nachtblindheit) nur eingeschränkt,  später zeigen sich auch bei Tageslicht Sehschwächen (unsicheres Verhalten) mit fortschreitendem Verlauf bis zur Blindheit.

Es gibt verschiedene Formen der gPRA. Sie unterscheiden sich in den einzelnen Rassen durch den unterschiedlichen Krankheitsbeginn und durch die Dauer von Krankheitsbeginn bis zur Blindheit. Bei Collie, irischer Setter, norwegischer Elchhund und Zwergschnauzer wurde z.B. ein früher Erkrankungs beginn beobachtet. Ein späterer Krankheitsbeginn zeigt sich bei Zwergpudel, englischen und amerikanischen Cocker Spaniel und Labrador Retriever. gPRA-Anlageträgern dieser Rassen sieht man in ihrer frühen Entwicklung die Erkrankung nicht an. Sie sind noch frei von Symptomen. Die Erkrankung entwickelt sich bei diesen Hunden erst nach der Fortpflanzungsreife. Die Diagnose "gPRA" wird durch eine augenärztliche Untersuchung gestellt. Bis auf wenige Ausnahmen ist die gPRA in allen Hunderassen nach jetzigem Kenntnisstand eine autosomal rezessive Erkrankung. Ein erkrankter Welpe muss also jeweils ein defektes Gen von Vater und Mutter erhalten haben, d.h. beide Elternteile eines erkrankten Tieres tragen ein defektes Gen (sind aber nicht selbst erkrankt) oder sind selbst an gPRA erkrankt (besitzen also ein Defektgenpaar).

   

Herzkrankheiten -Mitralklappeninsuffizienz  

 

Mitzunehmendem Alter kann es bei Chihuahuas und anderen Kleinhunden zur Herzschwäche infolge einer Mitralklappeninsuffizienz kommen, d.h. die Herzklappe schließt nicht mehr richtig. Dadurch fließt Blut in den Vorhof des Herzens zurück und der Herzmuskel muss stärker pumpen, um dem Rückfluss entgegenzuwirken, was eine Vergrößerung  des Herzens zur Folge hat. Frühzeitig erkannt und mit den entsprechenden Herzmitteln wie z.B. ACE-Hemmerbehandelt, ist dies meist sehr gut in den Griff zu bekommen. Viele Hunde können nach frühzeitiger Diagnose noch viele Jahre leben, sofern sie täglich und möglichst zur selben Zeit ihr Herzmedikament erhalten und regelmässig nachkontrolliert werden. Daher sollte man bei jedem Tierarztbesuch den Tierarzt bitten, auch das Herz gründlich auf Rückflussgeräuche abzuhören und ab dem 8. Lebensjahr auch eine jährliche Ultraschalluntersuchung beim Internisten/Kardiologen machen lassen. Nicht immer lässt sich die Herzklappenschädigung rechtzeitig nur durch Abhören erkennen. Nur eine Ultraschalluntersuchung gibt sichere Auskunft über den momentanen Zustand des Herzens und ermöglicht somit auch eine gezielte Behandlung !


 

 

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